
Wer sich zum ersten Mal mit Sportwetten beschäftigt, stösst unweigerlich auf Bonusangebote. Die Werbung ist voll davon: 100 Prozent Einzahlungsbonus, 200 Franken geschenkt, Freiwetten ohne Einzahlung. Die Versprechen klingen verlockend, und in vielen Fällen sind sie das auch. Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail, und gerade für Schweizer Tipper ist die Bonuslandschaft mit einigen Besonderheiten verbunden, die man kennen sollte, bevor man sich von grossen Zahlen blenden lässt.
Die Schweiz hat bekanntlich einen ganz eigenen Weg in der Regulierung von Sportwetten eingeschlagen. Seit dem Inkrafttreten des Geldspielgesetzes im Jahr 2019 dürfen nur noch die staatlichen Anbieter Swisslos und Loterie Romande legal Online-Sportwetten anbieten. Und diese beiden Anbieter haben eines gemeinsam: Sie bieten keine Willkommensboni an. Kein Einzahlungsbonus, keine Freiwetten, keine Cashback-Aktionen. Das hat durchaus seine Gründe, auf die wir noch eingehen werden. Für Schweizer Wettfans, die dennoch von Bonusangeboten profitieren möchten, bedeutet das jedoch, dass sie sich an internationale Buchmacher wenden müssen, mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Sportwetten-Boni funktionieren, welche Arten es gibt, worauf bei den Bedingungen zu achten ist und warum ein vermeintlich grosszügiges Angebot nicht immer das beste sein muss. Das Ziel ist nicht, für oder gegen Boni zu argumentieren, sondern ein realistisches Bild zu zeichnen, das informierte Entscheidungen ermöglicht. Denn am Ende des Tages ist ein Bonus nur dann etwas wert, wenn man versteht, wie er funktioniert.
Warum Swisslos und Loterie Romande keine Boni anbieten
Die Abwesenheit von Bonusangeboten bei den Schweizer Staatsanbietern ist kein Versehen und auch keine Sparsamkeit. Sie ist Teil einer bewussten Strategie, die sich aus der besonderen Rolle dieser Organisationen ergibt. Swisslos und die Loterie Romande sind keine gewöhnlichen Unternehmen, die Gewinne maximieren wollen. Sie sind gemeinnützige Organisationen, deren Überschüsse vollständig in den Schweizer Sport, in Kulturprojekte und in soziale Zwecke fliessen. Im Jahr 2024 waren das zusammengenommen fast 850 Millionen Franken.

Diese gemeinnützige Ausrichtung hat direkte Konsequenzen für das Geschäftsmodell. Während private Buchmacher Boni als Marketinginstrument einsetzen, um Neukunden zu gewinnen und Marktanteile zu erobern, haben Swisslos und die Loterie Romande keinen vergleichbaren Wettbewerbsdruck. Sie sind die einzigen legalen Anbieter in ihren jeweiligen Sprachregionen und müssen nicht um jeden Preis neue Kunden anlocken. Das Geld, das anderswo in Bonuszahlungen fliessen würde, kommt stattdessen der Allgemeinheit zugute.
Hinzu kommt der Aspekt des Spielerschutzes. Boni können, wenn sie aggressiv vermarktet werden, dazu verleiten, mehr zu spielen, als man eigentlich wollte. Die Aussicht auf zusätzliches Spielguthaben kann Menschen dazu bringen, höhere Einzahlungen zu tätigen oder länger aktiv zu bleiben, um die Umsatzbedingungen zu erfüllen. Aus Sicht des verantwortungsvollen Spielens sind Boni daher nicht unproblematisch. Die Schweizer Regulierungsbehörden haben das erkannt und sehen die Zurückhaltung der staatlichen Anbieter in diesem Bereich durchaus positiv.
Das bedeutet nicht, dass Boni per se schlecht sind. Es bedeutet lediglich, dass sie im Schweizer Kontext eine andere Rolle spielen als in liberaleren Märkten. Wer auf Bonusangebote nicht verzichten möchte, muss sich dessen bewusst sein und die Konsequenzen in Kauf nehmen, die mit dem Wetten bei internationalen Anbietern verbunden sind, seien es steuerliche Nachteile oder der fehlende rechtliche Schutz durch Schweizer Behörden.
Der Einzahlungsbonus: Das Standardangebot der Branche
Der Einzahlungsbonus ist die mit Abstand häufigste Form des Willkommensangebots bei Sportwetten-Anbietern. Das Prinzip ist denkbar einfach: Ein neuer Kunde registriert sich, tätigt eine erste Einzahlung, und der Buchmacher legt einen bestimmten Prozentsatz als Bonusguthaben obendrauf. Ein 100-Prozent-Bonus bis 100 Franken bedeutet beispielsweise, dass eine Einzahlung von 100 Franken verdoppelt wird und der Spieler mit insgesamt 200 Franken auf seinem Konto startet.
Die Bandbreite bei Einzahlungsboni ist enorm. Am unteren Ende finden sich bescheidene Angebote mit 50 Prozent bis maximal 50 Franken, am oberen Ende locken manche Anbieter mit 200 Prozent und Höchstbeträgen von mehreren hundert Franken. Die Zahlen allein sagen jedoch wenig über den tatsächlichen Wert eines Bonus aus. Ein 100-Prozent-Bonus mit fairen Bedingungen kann deutlich attraktiver sein als ein 200-Prozent-Bonus mit unrealistischen Umsatzanforderungen.
Bei der Beurteilung eines Einzahlungsbonus sollte man zunächst auf den Mindesteinzahlungsbetrag achten. Viele Anbieter setzen eine Untergrenze von 10 oder 20 Franken, manche verlangen jedoch 50 Franken oder mehr, um überhaupt für den Bonus zu qualifizieren. Wer nur einen kleinen Betrag einzahlen möchte, um einen Anbieter zu testen, könnte von solchen Mindestgrenzen ausgeschlossen werden.
Der maximale Bonusbetrag ist ein weiterer wichtiger Faktor. Er bestimmt, bis zu welcher Einzahlungshöhe der Prozentsatz gewährt wird. Bei einem 100-Prozent-Bonus bis 200 Franken bringt eine Einzahlung von 300 Franken nur 200 Franken Bonus, nicht 300. Wer plant, grössere Summen einzuzahlen, sollte nach Anbietern mit entsprechend hohen Obergrenzen suchen. Wer hingegen mit kleinen Beträgen spielt, für den sind diese Limits weniger relevant.
Umsatzbedingungen: Der Schlüssel zum Verständnis jedes Bonus

Kein seriöser Buchmacher verschenkt Geld ohne Gegenleistung. Die Gegenleistung, die Spieler für einen Bonus erbringen müssen, wird in den Umsatzbedingungen festgelegt. Diese Bedingungen sind das Herzstück jedes Bonusangebots und entscheiden darüber, ob ein Bonus realistisch freispielbar ist oder nur auf dem Papier gut aussieht. Wer die Umsatzbedingungen nicht versteht oder ignoriert, riskiert böse Überraschungen.
Der Umsatzfaktor gibt an, wie oft der Bonusbetrag in Wetten eingesetzt werden muss, bevor er ausgezahlt werden kann. Ein fünffacher Umsatz bei einem Bonus von 100 Franken bedeutet, dass Wetten im Gesamtwert von 500 Franken platziert werden müssen. Ein zehnfacher Umsatz würde 1000 Franken erfordern. Je niedriger der Umsatzfaktor, desto spielerfreundlicher das Angebot. Faktoren zwischen 3 und 6 gelten als fair, alles darüber wird zunehmend schwieriger zu erfüllen.
Manche Anbieter beziehen den Umsatzfaktor nicht nur auf den Bonus, sondern auf die Summe aus Bonus und Einzahlung. Bei einem 100-Prozent-Bonus von 100 Franken mit fünffachem Umsatz auf Bonus plus Einzahlung müssten dann nicht 500, sondern 1000 Franken umgesetzt werden. Dieser Unterschied ist erheblich und sollte bei der Bewertung eines Angebots unbedingt beachtet werden.
Die Mindestquote ist eine weitere häufige Einschränkung. Viele Boni erfordern, dass die Wetten eine bestimmte Mindestquote erfüllen, damit sie für den Umsatz zählen. Typische Werte liegen bei 1,50 oder 1,80. Das schliesst sehr sichere Wetten mit niedrigen Quoten vom Bonusumsatz aus und zwingt Spieler dazu, ein gewisses Risiko einzugehen. Wer seine Strategie auf niedrige Quoten aufbaut, wird mit solchen Bedingungen Schwierigkeiten haben.
Die Gültigkeitsdauer begrenzt den Zeitraum, in dem die Umsatzbedingungen erfüllt werden müssen. Üblich sind Fristen zwischen 7 und 30 Tagen, manchmal auch 60 oder 90 Tage. Eine kurze Frist von nur einer Woche kann problematisch sein, wenn man nicht täglich wettet oder wenn gerade eine Spielpause in den favorisierten Ligen ansteht. Längere Fristen geben mehr Flexibilität und sind daher vorzuziehen.
Schliesslich gibt es oft Einschränkungen hinsichtlich der Wettarten und Sportarten. Manche Boni können nur auf bestimmte Sportarten oder Wettmärkte angewendet werden. Systemwetten sind häufig ausgeschlossen oder zählen nur teilweise zum Umsatz. Auch Live-Wetten werden manchmal anders behandelt als Pre-Match-Wetten. All diese Details sollten vor der Inanspruchnahme eines Bonus geklärt werden.
Freiwetten: Wetten ohne eigenes Risiko
Freiwetten, auch Free Bets oder Gratiswetten genannt, funktionieren nach einem anderen Prinzip als Einzahlungsboni. Anstatt Bonusguthaben zu erhalten, das zunächst freigespielt werden muss, bekommt der Spieler die Möglichkeit, eine Wette zu platzieren, ohne dafür eigenes Geld zu riskieren. Gewinnt die Wette, wird der Reingewinn ausgezahlt, also der Gewinnbetrag abzüglich des Freiwetteneinsatzes. Verliert die Wette, hat der Spieler nichts verloren, da es sich ohnehin nicht um sein eigenes Geld handelte.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Spieler erhält eine Freiwette im Wert von 20 Franken und setzt diese auf ein Spiel mit einer Quote von 2,50. Wenn die Wette gewinnt, beträgt der Gesamtgewinn 50 Franken (20 mal 2,50). Ausgezahlt werden jedoch nur 30 Franken, da die 20 Franken Einsatz von der Freiwette stammten und nicht dem Spieler gehören. Bei einem Einzahlungsbonus hingegen würde der volle Betrag von 50 Franken gutgeschrieben, allerdings unter Berücksichtigung der Umsatzbedingungen.
Freiwetten werden oft als Willkommensgeschenk ohne Einzahlung angeboten, um Neukunden zum Registrieren zu bewegen. Diese sogenannten No-Deposit-Boni sind besonders attraktiv, weil sie kein finanzielles Engagement erfordern. Man kann einen Anbieter testen, ohne eigenes Geld zu riskieren. Die Beträge sind in der Regel überschaubar, typischerweise zwischen 5 und 20 Franken, aber als risikofreier Einstieg haben sie ihren Wert.
Andere Freiwetten sind an eine Einzahlung oder bestimmte Aktionen geknüpft. Beliebt sind zum Beispiel Angebote nach dem Muster: Platziere eine Wette von mindestens 20 Franken mit einer Mindestquote von 2,00, und erhalte eine Freiwette im gleichen Wert, wenn die erste Wette verliert. Diese Art von Freiwette ist im Grunde eine Absicherung gegen den ersten Verlust und kann den Einstieg bei einem neuen Anbieter erleichtern.
Die Bedingungen für Freiwetten sind meist weniger komplex als bei Einzahlungsboni. Oft gibt es keine Umsatzanforderungen, oder der aus der Freiwette resultierende Gewinn muss nur einmal umgesetzt werden. Dafür sind die Beträge in der Regel niedriger, und die Mindestquoten für den Einsatz der Freiwette können höher sein als bei anderen Bonusarten. Zudem haben Freiwetten fast immer eine kurze Gültigkeitsdauer, oft nur 7 Tage oder weniger.
Cashback-Angebote und Treueprogramme
Während Willkommensboni auf Neukunden abzielen, richten sich Cashback-Angebote und Treueprogramme an Bestandskunden, die bereits seit einiger Zeit bei einem Anbieter aktiv sind. Diese Angebote sollen die Kundenbindung stärken und Spieler davon abhalten, zur Konkurrenz zu wechseln. Für regelmässige Tipper können sie durchaus attraktiv sein, auch wenn sie weniger spektakulär daherkommen als die grossen Willkommenspakete.

Cashback bedeutet, dass ein Buchmacher einen Teil der Verluste erstattet, die in einem bestimmten Zeitraum angefallen sind. Typische Raten liegen zwischen 5 und 20 Prozent, wobei oft eine Obergrenze gilt. Ein 10-Prozent-Cashback bis maximal 50 Franken würde bei Verlusten von 500 Franken in einer Woche also 50 Franken zurückbringen. Der Haken: Das Cashback wird meist als Bonusguthaben gutgeschrieben und unterliegt eigenen Umsatzbedingungen, wenn auch oft milderen als beim Willkommensbonus.
Treueprogramme, auch VIP-Programme oder Loyalitätsprogramme genannt, funktionieren nach einem Punktesystem. Für jeden platzierten Einsatz sammelt der Spieler Punkte, die ab einer bestimmten Schwelle gegen Boni, Freiwetten oder andere Prämien eingetauscht werden können. Manche Anbieter haben mehrstufige Programme mit verschiedenen Rängen, wobei höhere Stufen bessere Vorteile bieten. Der Aufstieg in diese Stufen erfordert jedoch in der Regel erhebliche Umsätze, sodass nur Vielspieler davon profitieren.
Für Gelegenheitsspieler sind Treueprogramme oft weniger relevant, da die gesammelten Punkte nicht ausreichen, um nennenswerte Prämien zu erreichen. Wer jedoch regelmässig wettet und ohnehin bei einem bestimmten Anbieter bleiben möchte, sollte prüfen, ob es ein solches Programm gibt und wie die Konditionen aussehen. Manchmal lohnt es sich, die Wettaktivitäten bei einem Anbieter zu bündeln, anstatt sie auf mehrere zu verteilen.
Bonusbedingungen im Detail: Worauf achten
Die allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Bonus sind das Kleingedruckte, das viele Spieler nicht lesen, obwohl sie es sollten. Hier verstecken sich oft Klauseln, die über Freud und Leid entscheiden können. Ein gründliches Studium der Bedingungen vor der Aktivierung eines Bonus ist keine Zeitverschwendung, sondern eine Investition in die eigene finanzielle Sicherheit.
Der Ausschluss bestimmter Zahlungsmethoden ist eine häufige Falle. Viele Buchmacher gewähren keinen Bonus, wenn die Einzahlung über E-Wallets wie Skrill oder Neteller erfolgt. Wer also plant, mit einer solchen Methode einzuzahlen, sollte vorher prüfen, ob der gewünschte Bonus überhaupt aktiviert wird. Kreditkarten und Banküberweisungen sind in der Regel bonusberechtigt, aber auch hier gibt es Ausnahmen.
Die Behandlung von Echtgeld und Bonusguthaben ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Bei den meisten Anbietern wird zuerst das Echtgeld für Wetten verwendet und erst dann das Bonusguthaben. Das bedeutet, dass Gewinne aus Wetten mit Echtgeld direkt auszahlbar sind, während Gewinne aus Wetten mit Bonusguthaben den Umsatzbedingungen unterliegen. Es gibt jedoch auch Anbieter, die beides gleichzeitig einsetzen, was die Sache komplizierter macht.
Die Auszahlungsbeschränkungen während eines aktiven Bonus sind oft streng. Viele Anbieter verbieten Auszahlungen, solange der Bonus nicht vollständig umgesetzt ist, oder stornieren den Bonus samt damit erzielter Gewinne, wenn eine vorzeitige Auszahlung beantragt wird. Wer unerwartet Geld benötigt oder einen grösseren Gewinn realisieren möchte, kann so in eine unangenehme Situation geraten.
Bonusmissbrauch, auch Bonus Abuse genannt, ist ein Konzept, das in den AGB oft vage definiert wird und dem Anbieter viel Interpretationsspielraum lässt. Bestimmte Wettstrategien wie Arbitrage-Wetten oder das Setzen auf beide Seiten eines Ereignisses können als Missbrauch gewertet werden, selbst wenn sie nicht explizit verboten sind. In solchen Fällen kann der Anbieter den Bonus stornieren, Gewinne einbehalten oder sogar das Konto sperren. Wer ungewöhnliche Wettmuster plant, sollte die Regeln besonders genau studieren.
Realistische Erwartungen: Was ein Bonus wirklich bringt
Die Marketingabteilungen der Buchmacher verstehen ihr Handwerk. Grosse Zahlen wie 500 Franken Bonus oder 200 Prozent auf die erste Einzahlung ziehen Aufmerksamkeit auf sich und wecken Begehrlichkeiten. Doch was bleibt am Ende wirklich übrig, wenn man die Umsatzbedingungen berücksichtigt und realistisch kalkuliert?
Ein Rechenbeispiel: Ein Spieler erhält einen 100-Prozent-Bonus von 100 Franken mit sechsfachem Umsatz und einer Mindestquote von 1,80. Er muss also Wetten im Wert von 600 Franken platzieren. Bei einer durchschnittlichen Quote von 1,80 und einer angenommenen Trefferquote von 50 Prozent würde er statistisch gesehen etwa 540 Franken zurückbekommen. Das bedeutet einen Verlust von 60 Franken aus den Wetteinsätzen, dem ein Bonusguthaben von 100 Franken gegenübersteht. Der Nettogewinn läge bei etwa 40 Franken, nicht bei 100 Franken.

Diese Rechnung ist stark vereinfacht und berücksichtigt weder Varianz noch die spezifischen Wettmuster eines Spielers. Sie zeigt jedoch, dass ein Bonus nicht einfach geschenktes Geld ist, sondern ein Angebot, das unter bestimmten Bedingungen einen Vorteil bringen kann. Je höher die Umsatzanforderungen und je kürzer die Fristen, desto geringer wird dieser Vorteil.
Für manche Spieler kann ein Bonus tatsächlich attraktiv sein, insbesondere wenn sie ohnehin regelmässig wetten und die Umsatzbedingungen quasi nebenbei erfüllen können. Für andere, die nur gelegentlich eine Wette platzieren oder ihre Einsätze streng limitieren wollen, können die Bedingungen zur Last werden und das Spielverhalten in ungesunde Richtungen lenken.
Die ehrlichste Herangehensweise an Sportwetten-Boni ist die folgende: Sie sind ein netter Zusatz, wenn die Bedingungen fair sind und zum eigenen Wettverhalten passen. Sie sind kein Grund, mehr zu spielen als geplant oder höhere Einsätze zu riskieren als gewollt. Und sie sind definitiv kein Mittel, um reich zu werden. Wer mit dieser Einstellung an Boni herangeht, wird weniger Enttäuschungen erleben.
Boni bei internationalen Anbietern: Die Schweizer Perspektive
Für Schweizer Tipper, die Bonusangebote nutzen möchten, führt der Weg zwangsläufig zu internationalen Buchmachern. Diese operieren in der Schweiz ohne Lizenz und befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Das hat Konsequenzen, die bei der Entscheidung für oder gegen einen Bonus berücksichtigt werden sollten.
Der offensichtlichste Nachteil ist der fehlende Rechtsschutz. Wenn ein Buchmacher einen Bonus zu Unrecht verweigert, Gewinne nicht auszahlt oder das Konto sperrt, stehen Schweizer Spieler ohne Unterstützung durch die heimischen Behörden da. Die Lizenzbehörden in Malta oder Curaçao können zwar theoretisch angerufen werden, aber der Aufwand ist erheblich und der Ausgang ungewiss. Im schlimmsten Fall ist das Geld weg, und es gibt keine realistische Möglichkeit, es zurückzubekommen.
Der steuerliche Aspekt ist ebenfalls relevant. Gewinne bei ausländischen Anbietern müssen in der Schweiz vollständig versteuert werden, ohne den grosszügigen Freibetrag, der für Gewinne bei Swisslos gilt. Ein Bonus, der zu Gewinnen führt, kann so schnell seinen Reiz verlieren, wenn ein erheblicher Teil an die Steuerbehörden abgeführt werden muss. Die Dokumentationspflicht für alle Transaktionen kommt noch hinzu.
Die Erreichbarkeit der Anbieter ist ein weiteres Thema. Websites ausländischer Buchmacher können durch die Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden, was den Zugang erschwert. Zwar lassen sich solche Sperren mit technischen Mitteln umgehen, aber das bedeutet zusätzlichen Aufwand und Unsicherheit. Ein Bonus nützt wenig, wenn man plötzlich nicht mehr auf sein Konto zugreifen kann.
Trotz all dieser Einschränkungen entscheiden sich viele Schweizer Tipper für internationale Anbieter, sei es wegen der Boni, der besseren Quoten oder des umfangreicheren Wettangebots. Das ist eine legitime Entscheidung, solange man sich der Risiken bewusst ist und entsprechende Vorsichtsmassnahmen trifft. Dazu gehört, nur bei etablierten Anbietern mit seriösen Lizenzen zu spielen, keine grösseren Summen auf dem Wettkonto zu belassen und alle Transaktionen sorgfältig zu dokumentieren.
Strategien für den Umgang mit Bonusangeboten
Wer sich entscheidet, einen Bonus anzunehmen, sollte dies mit einem klaren Plan tun. Blindlings draufloszuspielen, in der Hoffnung, dass es schon gut gehen wird, ist der sicherste Weg zu Enttäuschungen. Ein paar strategische Überlegungen können helfen, das Beste aus einem Angebot herauszuholen.
Zunächst sollte man die Bonusbedingungen gründlich durchrechnen. Wie viel muss tatsächlich umgesetzt werden? Wie hoch ist die Mindestquote? Wie viel Zeit steht zur Verfügung? Passt das zum eigenen Wettverhalten, oder müsste man sich verbiegen, um die Bedingungen zu erfüllen? Wenn Letzteres der Fall ist, ist es oft besser, auf den Bonus zu verzichten.
Die Wahl der richtigen Wetten ist entscheidend. Um Umsatzbedingungen effizient zu erfüllen, ohne zu viel Risiko einzugehen, bieten sich Wetten mit moderaten Quoten knapp über der Mindestgrenze an. Quoten um 1,80 bis 2,00 bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Umsatzfortschritt. Extrem hohe Quoten mögen verlockend sein, aber das Verlustrisiko steigt überproportional.
Ein separates Budget für Bonuswetten kann helfen, den Überblick zu behalten. Man legt einen Betrag fest, den man bereit ist, für den Bonusumsatz einzusetzen, und hält sich strikt daran. Wenn dieses Budget aufgebraucht ist, bevor die Bedingungen erfüllt sind, akzeptiert man den Verlust und geht nicht noch mehr Risiko ein. Diese Disziplin schützt vor den klassischen Fehlern des Hinterherjaens nach Verlusten.
Schliesslich sollte man den Bonus nicht zum Mittelpunkt des Wettens machen. Er ist ein Zusatz, nicht das Ziel. Die eigentliche Freude an Sportwetten sollte aus der Spannung der Spiele kommen, aus dem Mitfiebern und gelegentlichen Gewinnen, nicht aus dem Gefühl, einen Bonus ausnutzen zu müssen. Wer das vergisst, verliert schnell die Freude am Wetten und möglicherweise auch mehr Geld als geplant.
Fazit: Boni mit klarem Kopf betrachten

Sportwetten-Boni sind weder gut noch schlecht. Sie sind Marketinginstrumente, die unter den richtigen Umständen einen Mehrwert bieten können, unter den falschen jedoch zu Verlusten führen. Für Schweizer Tipper ist die Situation besonders komplex, da die legalen Anbieter keine Boni anbieten und internationale Anbieter mit rechtlichen und steuerlichen Nachteilen verbunden sind.
Die wichtigste Erkenntnis ist, dass ein Bonus kein geschenktes Geld ist. Er ist an Bedingungen geknüpft, die erfüllt werden müssen, und diese Bedingungen haben einen Preis. Wer das versteht und die Angebote entsprechend bewertet, kann gelegentlich von einem guten Bonus profitieren. Wer hingegen den grossen Zahlen nachjagt, ohne die Bedingungen zu prüfen, wird früher oder später enttäuscht werden.
Für die Mehrheit der Schweizer Tipper dürfte der ehrlichste Rat sein: Wenn die Boni der internationale Grund sind, warum man nicht bei Swisslos wettet, sollte man noch einmal nachdenken. Die Rechtssicherheit, die steuerlichen Vorteile und die Gewissheit, zu einem guten Zweck beizutragen, wiegen in vielen Fällen schwerer als ein paar Franken Bonusguthaben. Aber letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.